Biologie der Schimmelpilze 2019-03-15T09:23:58+02:00

Biologie der Schimmelpilze

Arten

Im Allgemeinen lassen sich Schimmel bzw. Schimmelpilze als eine systematisch heterogene Gruppe von filamentösen (fadenartigen) Pilzen zusammenfassen. Hauptsächlich gehören die Schimmelpilze zu den aufeinander bezogenen Gruppen der Schlauch- und Jochpilze. Eine Vielzahl der vorhandenen Schimmelpilze verhält sich eher unauffällig als sogenannte Fäulnisfresser. Es gibt natürlich auch Schimmelpilze, welche vielen Menschen, gerade am oder im Käse, sehr munden. Wir möchten uns jedoch auf die dem Menschen eher schädlichen Schimmelpilze in Gebäuden, den sog. Bauschimmel beschränken.

Erscheinung

Das Erscheinungsbild von Schimmelpilzen lässt sich als abwechslungsreich und farbenfroh beschreiben.

Entstehung von Schimmel auf Früchten mit buntem Erscheinungsbild

Schimmelpilze und ihre dazugehörigen Schimmelsporen treten als staubiger oder flockiger, faseriger Belag in den Farben Weiß, Grau, Bläulichgrün, Gelb, Rot, Braun oder Schwarz an unterschiedlichsten Oberflächen wie Fliesen im Bad, an der Wand im Schlafzimmer aber auch in allen anderen möglichen Räumen auf. Die Entstehung von Schimmel, Schimmelpilzen und Schimmelsporen sowie deren Ausbreitung wird durch hohe Temperaturen und Feuchtigkeit begünstigt. So profitieren die Schimmelpilze heutzutage sehr stark von den gesetzlichen Bestimmungen zur Energieeinsparung. Mittlerweile wird immer luftdichter gebaut, um Energie einzusparen. Die Folge davon ist eine schlechte Durchlüftung der Räume, was wiederum dazu führt, das an kälteren Oberflächen die in der Umgebungsluft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert, nicht abtrocknen kann und anfängt zu schimmeln.

Vermehrung

Die Fortpflanzung des Schimmelpilzes geschieht auf ungeschlechtlichem Weg über die Sporenbildung. Dazu „baut“ der Schimmelpilz kleine vertikale Verästelungen, auf denen sich dann die Sporen bilden. In diesem Zustand nimmt der Schimmel dann eine eher staubige Erscheinung an. Durch die sich fast dauernd in der Luft befindlichen Sporen kann sich der Schimmelpilz also überall dort ansiedeln und ausbreiten, wo er die entsprechenden Nahrungsgrundlagen, sprich Wärme und Feuchtigkeit, vorfindet.

Bestimmung

Zur Bestimmung der Schimmelart und –konzentration wird z.B. sogenannte Abklatschtest durchgeführt. Ein Abklatschtest dient zur mikrobiologischen Kontrolle von Oberflächen (Sauberkeit, ordnungsgemäße Desinfektion). Dazu werden die Mikroorganismen (hier der Schimmel) einer Oberfläche mit geeigneten Methoden auf einen Nährboden überführt, der dann nach einer Bebrütung und Auswertung eine Aussage über die Gesamtkeimzahl der Oberfläche macht.

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Schimmeltest zur Bestimmung der Schimmelart und der Konzentration

Auswirkungen

Schimmelpilze können sich auf unterschiedlichste Arten gesundheitlich auswirken. So können je nach allergenem Potential der Schimmelpilzsporen Allergien und Kreuzallergien ausgelöst werden. Auch die toxische Wirkung mancher Stoffwechselprodukte sowie Zellwandbestandteile des Schimmels ist nicht zu unterschätzen. Bei ohnehin immungeschwächten Personen kann sehr leicht eine infektiöse Wirkung auftreten. Ganz banal gesehen sinkt durch den Schimmel einfach die Lebensqualität, zum Einen durch den bloßen Anblick und zum Anderen durch die teilweise doch sehr unangenehme Geruchsbildung.

Das richtige Mittel zur Entfernung von Schimmel zu finden ist nicht einfach

Erwachsene Menschen können durch Schimmelpilzbefall auftretende Beschwerden wie Allergien, Reizungen der Augen und Atemwege als auch Glieder- und kopfschmerzen sowie Müdigkeit ganz gut dem Arzt gegenüber artikulieren. Schwieriger ist es da bei Kindern. Sie können meistens nicht genau beschreiben, welche Beschwerden vorliegen, so dass die Mehrbelastung durch Schimmelpilze lange unerkannt bleiben kann. Schützen Sie also sich und Ihre Kinder besonders, indem Sie frühzeitig auf Schimmelpilzbefall reagieren.

Bekämpfung von Schimmelpilzen muss gut geplant werden

Bekämpfung

Lassen Sie bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall Ihre Wohnräume unbedingt von einem Berater oder Gutachter untersuchen und im Zweifelsfall ein Gutachten erstellen. Eine solche Untersuchung setzt allerdings eine hohe Kenntnis in diesem Bereich voraus und sollte nur von Fachkräften mit Sachverstand durchgeführt werden. Wir verfügen über die notwendigen Kenntnisse zur Beurteilung und Beseitigung des Schimmelschadens und der Ursache und kommen gern zu Ihnen nach Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Wunstorf und Celle. Bitte unternehmen Sie keine längerfristigen „Selbstversuche“ zur Beseitigung des Schimmelpilzbefalls. Beim einfachen wegwischen des Pilzes können sich die Sporen in der ganzen Wohnung verteilen und so überall durch die Atemwege aufgenommen werden. Auch das Entfernen mit handelsüblichen Schimmelbekämpfungsmitteln kann durchaus problematisch werden, da die Inhaltsstoffe dieser Mittel meistens auch nicht gesundheitsfördernd sind.

Deshalb ist es um so wichtiger, auch präventiv durch den Gutachter dem Schimmelpilzbefall vorzubeugen und zu prüfen, ob sich bauphysikalische Schwachstellen eventuell schon durch richtiges Heizen und Lüften ausgleichen lassen. So ist es in manchen Fällen z.B. schon ratsam, bei einigen Tagen Abwesenheit dennoch geringfügig zu heizen, um die Abkühlung der Innenwandoberflächen zu verhindern. Ein Merkblatt zur Vorbeugung des Schimmels händigt der Gutachter Ihnen bei unserem Erstbesuch als einfache Information oder als Aushang in Treppenhäusern aus. Als Vermieter oder Hausverwaltung geben Sie uns daher bitte vor unserem Besuch an, wie viele Schimmel – Merkblätter Sie benötigen. Zur Behandlung und Sanierung des Schimmelpilzbefalls gibt es verschiedene Methoden, welche allerdings auf jeden Einzelfall abgestimmt werden müssen. Sprechen Sie uns also an, wir ermitteln dann das Ausmaß des Schimmels.

Schimmelpilz – Gattung Acremonium

Acremonium gehört zu der auch in Innenräumen vorkommenden Schimmelpilz – Gattung. Man findet ihn sehr häufig und insbesondere im Bodenbereich bei Feuchtigkeitsschäden vor. Die Schimmelpilz – Sporen des Aremonium sind allergieauslösend.

Acremonium kann in Wasser und Erdreich vorkommen. In Innenräumen bevorzugt Acremonium Papier, Tapeten, Kunststoffe, Baustoffe und Holz. Acremonium kann Pilzerkrankungen der Augen, der Haut, der Nägel, der Lunge, des Bauchfells oder des Gehörganges verursachen. Die von diesem Pilz gebildeten Mykotoxine sind Trichothecene.
Die Sporen des Acremonium gehören zu den Auslösern von Fußinfektionen mit Schwellungen und Läsionen des Gewebes. Erkrankungen durch Aremonium sind bisher jedoch nur bei immungeschwächten Personen beobachtet worden.